Über's Chlausen

Mail an:  Samichlaus

2020

Muss ich meinen Geburtstag wirklich verschieben?

Im Eggwald sitzt der Samichlaus in seinem Hüsli und denkt lange nach. Was sagen wohl die Kinder, wenn ich sie in diesem besonderen Jahr nicht besuche? Sicher sind sie enttäuscht, warten vergebens am Fenster und hoffen, doch noch das Glöggli vor ihrer Haustüre zu hören. Der Schmutzli ist noch bei seinen Waldtieren; er füttert sie jeden Tag und schaut nach ihnen.

Erst am Abend beim Kaffeetrinken haben die beiden Zeit, sich zu erzählen, was sie heute erlebt haben. «Du Schmutzli», beginnt der Samichlaus - zwar etwas unsicher – aber seine Augen leuchten:
«Bald habe ich ja meinen Geburtstag und da möchte ich so gerne wie immer, alle Kinder von Steinmaur besuchen. Du hast für mich so vieles ins goldene Buch geschrieben; all das wollen wir ihnen berichten.»

Wie immer ist der Schmutzli voller Ideen. Er holt seine alte, verstaubte Nähmaschine, beginnt Stoff zu stapeln, zu schneiden und zu nähen. Bald lachen beide aus vollem Hals, denn mit den geschneiderten Masken sehen sie zwar etwas komisch aus, aber beide wissen: Vorschriften sind nun mal einzuhalten! Glücklich und zufrieden schlafen der Samichlaus und der Schmutzli an diesem Abend ein. Der Samichlaus freut sich besonders auf seinen Besuch in Steinmaur.
Mit den Ponys, die er mit seinen vollen Säcken beladen hat schreitet er zum Weihnachtsmarkt, wo er bereits erwartet wird. Im wunderschön dekorierten, mit Lichterketten erhellten Weihnachtsdörfli fühlt er sich sofort heimisch.
                               

Im herzigen Gärtli vor dem «Café im Stall» dürfen sich der Samichlaus und der Schmutzli einrichten. Ungeduldig und auch ein bischen nervös warten die Kinder, bis sie persönlich mit dem Samichlaus sprechen können. Dass die beiden hinter einer Plexiglasscheibe sitzen und Masken tragen, nehmen die Kleinen als selbstverständlich wahr. Viele haben extra ein Versli gelernt. Zwirblig und ungehemmt sind die einen; scheu und ehrfurchtsvoll blicken die andern zum Samichlaus auf. Dass sich auch grössere Kinder zum Samichlaus vorwagen und von ihm vieles wissen wollen, freut ihn sehr. So hat ihm Levi sogar ein eigens verfasstes Gedicht vorgelesen, und ihm versprochen, dieses zu schicken, was er auch wirklich gemacht hat.
Aus dem vollen Sack konnte der Schmutzli allen Besuchern ein Samichlaussäckli verteilen. Auch wenn die anstrengenden Tage für den Samichlaus und seinen Schmutzli erst angefangen haben; die beiden freuen sich bereits heute, im nächsten Jahr am Weihnachtsmarkt in Steinmaur wieder dabei zu sein. Das Gedicht von Levi möchte der Samichlaus den Lesern nicht vorenthalten:

Diheime schlegled’s mängisch scho,
aber gäll Chlaus, drum bisch hüt nöd cho
 
Normalerwiis bin ich en Liebe,
drum chasch d’Fitze gern verschiebe
 
Ich weiss ich mach nöd alles richtig,
doch gib ich mir Müeh, das isch doch wichtig  

Sötts trotzdem öppis z’schimpfä gäh,
wird ich mir’s sicher z’Härze näh  

Jetzt säg, was treisch vo Huus zu Huus,
gib mir doch ächli dete drus  


Chli Nüssli, Schoggi, Mandarindli,
oder sind das öppe Clementindli?  

So chasch wiiter, bis uf Bern,
danke Chlaus, ich han dich gern

Es grüssen herzlich aus dem Eggwald        

der Samichlaus und sein Schmutzli

 

 

WAS FÜR DEN SAMICHLAUS UND DEN SCHMUTZLI WICHTIG IST:

-      Der Samichlaus wohnt im Egg – Wald und hat dort sein Hüsli
-      Wenn der Samichlauseinzug ist komme ich ins Wehntal zu den Kindern
       (in Steinmaur ist dies am Weihnachtsmarkt; in Dielsdorf wurde er dieses Jahr abgesagt)
-      Ich kenne euch bereits vom Vorjahr; manchmal kann ich nicht versprechen, dass ich zu Besuch                   komme, aber ich versuche es natürlich, jedes Jahr alle Kinder zu sehen.
-      Der Schlüssel, den ich da umgehängt habe, gehört zu meinem Samichlaushüsli.
-      Mein Eseli (es heisst übrigens Trämpeli) musste ich diieses Jahr zu Hause lassen; es scheut sich, wenn            alle eine Maske tragen, und so bleibt es viel lieber zu Hause.
-      Ins goldene Buch schreibt mir der Schmutzli fast alles nur gute Sachen; ich habe noch ein schwarzes                Buch; dieses brauche ich aber nur selten
-      Kinder sollen aufs Glöggli aufpassen und den Samichlaus erinnern, dass er es nicht vergisst.
-      Vielleicht darf ein Kind die Laterne beim Kommen ablöschen? Bzw. beim Gehen anzünden?
-      Der Schmutzli putzt mit der Fitze die Schuhe vom Samichlaus und seine eigenen. Dieses Jahr nähte der            Schmutzli mit seiner alten Nähmaschine die Masken. (ansonst möchten wir nicht über Corona sprechen;        ausser die Kinder haben da Fragen.

 

2019

Mein Rückblick an die Chlaustage 2019

Noch nie waren wir so viele Tage als Samichläuse und Schmutzlis unterwegs für Firmen, Schulen, Kindergärten, Kita`s, der Vivendra und dem Chlausmarkt. Angefangen hat unsere Aktivzeit am Markt in Steinmaur. Bei schönstem Wetter, auf dem wunderschön dekorierten Parkplatz bei der Kirche, trafen der Samichlaus und sein Schmutzli viele Kinder und Erwachsene. Die leuchtenden Kinderaugen bewunderten den lieben Chlaus, freuten sich über die Gaben aus dem Schmutzlisack, während Erwachsene rätselten, wer wohl hinter den beiden Gestalten, die natürlich über «alles» Bescheid wussten, steckten. Viele Kindergärten und Gesamtschulen pflegten den schönen, Advents - Brauch und bestellten am 6. Dezember den Samichlaus und seinen Schmutzli ins Schulhaus. Viele Kinder wurden zu Hause überrascht. Für eine gute halbe Stunde hatten sie ihren Samichlaus und Schmutzli in der eigenen Stube. Oft nahmen sich die beiden die Zeit und erzählten eine Geschichte. Dies wurde sehr geschätzt und wir durften viele Dankeschön`s entgegennehmen; ein Lob nach der Chlausenzeit bestärkt uns, dass wir gemeinsam auf einem guten und vor allem richtigen Weg sind. Dass der Samichlaus und sein Schmutzli an einer Hochzeitsfeier empfangen wurden, gehört zu unserem Novum. Auch ist uns aufgegangen, dass nicht jeder Schmutzli einen Führerschein hat, …………, also engagierte sich dessen französisch sprechender Vater  und chauffierte die beiden grad mal in seinem Wohnmobil. Viel Emotionales, Lustiges, Komisches und Einmaliges begleiten all die Samichläuse und Schmutzlis während der Chlausentage. Beim gemeinsamen Essen nach den Einsätzen, beim Abschlusstreffen im «Café mit Herz», kommen Erinnerungen auf; die paar Tage zu revuepassieren ist etwas vom Schönsten. Im Hintergrund sind die drei Frauen, Yvonne, Erika und Gabi, die mit flinken Händen und grossem Geschick mithelfen, dass geschminkt, eingekleidet und «verschönert» wird, und dass alle Gewänder gewaschen, wieder neu aufgepeppt sind und fein riechend versorgt werden können. Auch bei den Samichläusen gibt es Mutationen: so treten Urs und Reto als langjährige Samichläuse ins zweite Glied und sind bereit, uns als Pikettmitglieder in Notfällen auszuhelfen. Eine Lücke wird Jürg füllen und mit den zwei neuen Schmutzlis Renato und Felix ist unsere Chlausengruppe wieder komplett. Es ist mir eine Ehre, die Männerriegler während dieser aufwändigen Zeit zu begleiten und es bleibt mir nur zu sagen, wie zuverlässig alle sind. So ist auf eine Zusammenarbeit mit gegenseitigem Vertrauen auch im Jahr 2020 zu hoffen. 
Eure Oberchläusin  Ursula

2018

ABSCHLUSS REDE UNSERER OBERCHLÄUSIN IM JAHR 2018

Zum zweiten Mal lassen wir unsere anstrengende Woche im Café mit Herz ausklingen.
Im letzten Jahr habe ich euch von den Gemeinsamkeiten „Café mit Herz und dem Samichlausen“ erzählt. Wenn ich heute dieselbe Rede halten würde, täten es die einen gar nicht merken, ist doch inzwischen ein ganzes Jahr vergangen.
Euch aber, liebe Gabi, Erika, Samichläuse und Schmutzlis, traue ich mehr zu. So habe ich mir zum Thema gesetzt: den Vergleich: Samichlausen mit den Männerrieglern und Bundesbern.
    - Beide haben eine befrachtete , turbulente Woche hinter sich.
    - Die Regierung besteht in beiden Gremien aus sieben Personen, In Bern aus Frauen und Männern,
      bei uns aus 6 Chläusen und dem Obersamichlaus.
    - In Bern standen zwei Neuwahlen an, bei uns blieben die Sitze unverändert.
    - Die Nacht der „scharfen Messer“ haben die Chläuse genutzt, sich in die Akten der goldenen Bücher
      einzulesen und di Schmutzlis die Wegrouten zu studieren.
    - Von Bern aus beeinflussen verschiedene Parteien die Bevölkerung, bei uns gibt es die Schmutzli und
      Samichlausenpartei.
    - Die Bundesratsreden werden meistens von Prominenten geschrieben (Ritschard und Bichsel);
      bei uns schreiben die Schmutzlis.
    - Fehler begehen nur die anderen; bei uns gibt der Samichlaus auch immer dem Schmutzli die Schuld.
    - Ein Bundespräsident in Bern, eine Oberchläusin in Steinmaur! Da kann ich weiter von diesen beiden
       keine Gemeinsamkeiten feststellen.
    - Am Mittwochmorgen mussten die neu gewählten Bundesrätinnen ein Gelübte ablegen und schwören;
      ich glaube den Samichläusen einfach alles, was sie sagen.
    - In Bundesbern werden lange Reden durch einen Gong unterbrochen, bei uns läutet das Schmutzlitelefon,
      wenn die Parkuhr des Eselis abgelaufen ist.
    - Manchmal bezeichnet man in Bern die einen auch als Esel. Wir wissen, wer in in unserem Dreiergespann
      der Esel ist.
    - Finanzielle Defizite sind in Bern kein Thema, der Verlust eines Glögglis und einer Fitze wird uns hingegen
      bei der Abrechnung belasten.
    - Wenn die Bundesräte ihr Volk überzeugen wollen, brauchen sie meist mehrer Plattformen, wo sie
      auftreten können, unsere Samichläuse und Schmutzlis erledigen diese Überzeugungsarbeit an einem
      einzigen Abend.
    - Zu guter letzt: Jedes Jahr müssen wir uns für unseren Bundesrat sieben neue Vornamen und Nachnamen
      merken, bei uns heissen alle gleich nämlich „Samichlaus“. Ich weiss jetzt, weshalb die Wahlen noch vor
      dem Samichlaustag stattfinden müssen. Wäre es anders, hätte sicher ein Schmutzli die Frau Zgraggen in
      den Sack gepackt und so ausser Gefecht geetzt. Ich freue mich, ein weiteres Jahr den Vorsitz der
      Samichlaus und Schmutzlipartei zu leiten und zu führen. Ich danke euch allen von Herzen.

9. Dezember 2018
Ursula Kamber
Oberchläusin

noch einige Schnappschüsse vom 2018

 

   

 

 

 

 

 

2017

Nach den Chlaustagen ist vor den Chlaustagen!


Ein Chlausenjahr ist vergleichbar mit einem geschlossenen Kreis, ein nicht stillstehendes Perpetuum Mobile.
Das Vorher löst das Nachher aus und was zum Nachhinein gehört, ist begründet im Vorab.

Eigentlich müsste man meinen, alles hätte seine Regelmässigkeit. Was mache ich aber mit Anmeldungen, die
bereits im Januar eintreffen? Wann kommt die Zeit, für alle Schmutzlis, neue Stulpen zu nähen, wie dies Erika getan hat? Ist ein verlorener Kopfschmuck Grund genug, dass ich bei allen Bärten neue Klettverschlüsse anbringe? Wie schafft es eine Familie, mich zu überzeugen, dass der Chlausbesuch an einem
Wochenende sein müsse, damit man anschliessend ausschlafen könne? Seid ihr Chläuse so anstrengend? Im
heissesten Monat planen wir den Chlausauszug und im September steht dick geschrieben: Gemeindeblatt: Text einsenden! Kleider in den obersten Stock ins Schulhaus tragen; das Schminkzimmer reservieren, Schnäuze putzen und goldene Bücher einfassen. Was im Nachhinein passiert, ist erledigt fürs Vorchlausfieber! Am 1. August, da sieht man euch beim Führen der Festwirtschaft, erkennt euch zwar nicht und trotzdem kommt vielen in den Sinn, bereits die beste Samichlauszeit mit mir auszuhandeln.


Zwischen dem Vor – und dem Nachher aber seid ihr, liebe Chläuse und Schmutzlis für drei oder mehr Tage die Hauptpersonen. Eure Regelmässigkeit, mitzumachen, hält unser Samichlausrad in Schwung und lässt es nicht still stehen. Gehört unsere Gastgeberin und ihr Team vom „Café mit Herz“ mit ihrem Dank an uns zum nachher, oder sind es Vorschusslorbeeren, im Dezember besucht zu werden? Auf jeden Fall ist diese Dankesgeste würdigend, bemerkenswert und einfach einmalig. Sicherstellen kann ich aber, dass mein Chlaus auch im 2018 mit seinem Schmutzli in der Breite Halt machen wird.


9. März 2018
Ursula Kamber
Obersamichläusin


Team Cafe mit Herz Steinmaur

    

 

 

 

 

 

SAMICHLAUS – TAGE IM DEZEMBER 2015  

Der erste Besuch bei der Meitliriege Dielsdorf:

Weitere Bilder von div. Familienbesuchen:

Am 5. Und 6. Dezember durften 9 Samichläuse und ihre Schmutzlis bei 60 Haustüren anklopfen. Für eine halbe Stunde gehören die beiden zur Familie und können die mitgebrachten Sachen verteilen.

Dass es viel Fingerspitzengefühl braucht, um auch die schweigsamsten und ängstlichsten Kinder zum Sprechen zu bringen, erfahren wir immer beim gemeinsamen Nachtessen nach dem Chlausen.

Es sind anstrengende Abende für alle Samichläuse und Schmutzlis. Zum Glück versichern alle, auch im kommenden Jahr für die Kinder bereit zu sein.

Der Samichlaus mit seinem Schmutzli ist auch in den Kindergärten und Schulen ein willkommener Gast. So reist er nach Dielsdorf, Steinmaur, Stadel, Freienstein und Bassersdorf.  

Natürlich wissen alle Kinder, wer der Samichlaus ist; ja, - und sie wissen noch viel mehr über ihn.

Die paar Kindergedanken habe ich hier kurz zusammengefasst:  

-        Der Samichlaus wohnt mit seinem Schmutzli tief im Wald.
-        Wenn ich ihn besuche, ist er nie zu Hause.
-        Er ist verwandt mit dem Christkind; ich glaube, er ist der Onkel.
-        Er ist nie böse, aber er muss auch schlechte Sachen zu den Kindern sagen.
-        Schmutzli kann schreiben.
-        Der Samichlaus liest alles, was der Schmutzli aufgeschrieben hat.
-        Zu mir kommt immer der richtige Samichlaus.
-        Schade, dass der Esel immer krank ist.  

Da schmunzeln wir und freuen uns auf die Chlaustage im Dezember 2016.  

der Obersamichlaus

Hier stellen wir ihnen unsere Chlaus-Schmutzlipaare vor: